Ian ("Eiän")

Ian 20111015_1747_IMG_1157Ian, was ist dein Problem?
Eins? Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll! Erstens darf ich mich nicht aufregen. Ich muss meine Emotionen ständig unter Kontrolle halten, weil ich eine seltene Krankheit habe. Zweitens, kriege ich zu wenig Schlaf, passiert folgendes: Aus heiterem Himmel versagt meine Muskulatur und ich falle um wie tot. Bei vollem Bewusstsein wohl gemerkt. Ich kann nicht reden, nicht stehen, nichts. Voller Verlust der Körperspannung. Da bin ich drittens schon oft Anlass fürs Gespött der Straßenkatzen gewesen. "Schlapper Sack" haben sie mich genannt. Ein Grund, warum ich Wohnungskater geworden bin und nicht gern rausgehe.

Aber du hast dich auf die Suche nach Inghean gemacht?
Was blieb mir übrig? Sie war bei einem ihrer Katzengeheimbund-Aufträge verschwunden. Meine Schwester nervt. Immer will sie raus ins große Abenteuer, was erleben, Geheimnisse erforschen und und und ... Wie die Mädels halt so sind. Wir Kater sind da viel überlegter. Aber Familie ist Familie. Meine Mutter hätte mir die Hölle heiß gemacht, wenn ich sie nicht suchen gegangen wäre.

Man sagt, ihr stammt aus gutem Haus?
Inghean und ich reden nicht so gern darüber. Meine Mutter ist eine adelige Maine Coon of Witch's Rock. Und mein Vater hat bei den Katzenschauen sogar den Worlds Champion Titel geholt. Für uns war er eine Katerstrophe. Wir haben ihn eigentlich gar nicht richtig gekannt. Er ist von einer Schau zur nächsten gerannt, um noch mehr Pokale zu sammeln. Da blieb wenig Zeit für uns, seine Familie.

Ian, bereust, du, dass du dein Zuhause verlassen hast?
Ja und nein. Vorher war mein Leben sicherer. Ich konnte es mit einigen Vorkehrungen gut gestalten. Hatte alles unter Kontrolle. Aber ich war mental unterfordert. Auf der Jagd nach Inghean passiert ständig etwas Dramatisches. Da muss man schnell und schlau reagieren. Und ich habe neue, interessante Freunde gewonnen. Albinokater Maxim, Promihund Honeyball, Fliegerass Kilo Foxtrott, Xplode, die Minensuchratte und sogar einen halben Regenwurm, 3.1, der unser Team vor der Exekution gerettet hat. Ich bin sehr stolz auf solche Kameraden, auf die ich mich verlassen kann. Allein dafür hat es sich gelohnt.

Ian, wir danken dir für das Gespräch.
Gerne. Jetzt muss ich mich aber ausruhen. Wir sehen uns bei unserem nächsten Abenteuer, dem „K(a)etzer“.